Was ist ein epileptischer Anfall?
Ein epileptischer Anfall ist eine abnorme, synchrone elektrische Entladung von Neuronen im Gehirn. Beim Hund zeigt sich am häufigsten der generalisierte tonisch-klonische Anfall: Bewusstlosigkeit, Seitenliegen, rhythmische Muskelzuckungen, starker Speichelfluss, oft Harn- oder Kotabgang, starre oder rollende Augen. Dauer: typischerweise 1-3 Minuten.
Was tun während eines Anfalls?
- Ruhe bewahren. Dein Hund ist während des Anfalls bewusstlos und leidet nicht.
- Gefährliche Gegenstände entfernen: Treppen, spitze Möbel.
- NICHTS in den Mund stecken — Hunde verschlucken ihre Zunge nicht. Du riskierst eine schwere Bissverletzung.
- Nicht festhalten — das kann zu Verletzungen führen.
- Zeit stoppen und möglichst filmen — unschätzbar wertvoll für den Tierarzt.
- Reize reduzieren: Licht dimmen, Lärm vermeiden.
Wann zum Notfalltierarzt?
- Anfall dauert länger als 5 Minuten (Status epilepticus — lebensbedrohlich).
- Mehr als 3 Anfälle in 24 Stunden.
- Erster Anfall — immer abklären lassen.
Behandlung
Beginn der Dauertherapie bei mehr als 1 Anfall/Monat, Cluster-Anfällen oder Status epilepticus:
- Phenobarbital: wirksam bei 60-80 % der Hunde; regelmäßige Leberwertkontrollen nötig.
- Kaliumbromid: häufig in Kombination mit Phenobarbital.
- Imepitoïn: gute Option bei leichter bis mittelschwerer Epilepsie.
Mit gut eingestellter Therapie können die meisten Hunde ein normales, glückliches Leben führen. Die Medikation ist lebenslang — niemals ohne tierärztliche Begleitung absetzen.
