Futterallergie oder Futtermittelunverträglichkeit?

Eine Futterallergie ist eine immunologische Reaktion auf ein bestimmtes Protein in der Nahrung (IgE-vermittelt oder nicht-IgE-vermittelt). Eine Futtermittelunverträglichkeit hingegen ist eine nicht-immunologische Reaktion (z. B. Laktoseintoleranz). Beide zeigen ähnliche Symptome und werden gleich behandelt: den auslösenden Bestandteil identifizieren und dauerhaft meiden.

Häufige Symptome

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene beim Hund

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Getreide selten das Problem. Die häufigsten Auslöser sind:

  1. Huhn – Allergen Nummer 1 in europäischen Studien, vermutlich wegen seiner massenhaften Verwendung in Fertigfutter.
  2. Rind.
  3. Milchprodukte.
  4. Weizen.
  5. Ei.
  6. Lamm, Soja, Schwein, Fisch – seltener.

Diagnose: die Eliminationsdiät

Kein Labortest (Bluttest, Intrakutantest) hat bisher eine ausreichende Sensitivität und Spezifität, um eine Futterallergie beim Hund zuverlässig zu diagnostizieren. Der einzige valide Diagnoseweg ist die Eliminationsdiät:

So führst Du sie richtig durch

  1. Wähle eine neue Protein- und Kohlenhydratquelle, die Dein Hund noch nie bekommen hat: Strauß, Känguru, Hirsch, Ente, Pferd. Als Kohlenhydrat: Süßkartoffel, Tapioka, Erbsen. Alternativ: Futter mit hydrolysiertem Protein (die Eiweißmoleküle sind so klein, dass das Immunsystem sie nicht erkennt).
  2. Mindestdauer: 8–12 Wochen. 90 % der betroffenen Hunde zeigen innerhalb dieses Zeitraums eine Verbesserung. Verdauungssymptome brauchen oft länger. Die meisten Diäten scheitern, weil sie zu früh abgebrochen werden.
  3. Keine Ausnahmen: keine Leckerlis, keine aromatisierten Kautabletten, keine Kauartikel mit Hühnchengeschmack, keine palatierbaren Tabletten. Nur die verordnete Diät.
  4. Provokationsphase: Wenn Dein Hund sich verbessert, füttere 2 Wochen die ursprüngliche Diät – kehren die Symptome zurück, ist die Diagnose gesichert.
  5. Danach schrittweise Wiedereinführung einzelner Zutaten, um den genauen Auslöser zu identifizieren.

Lebenslange Behandlung

Es gibt kein Medikament gegen eine Futterallergie. Die einzige „Heilung" ist die dauerhafte Vermeidung des Allergens. Viele Hunde führen mit einer hypoallergenen Erhaltungsdiät ein völlig normales Leben.

Achtung bei Fertigfutter: „Lamm & Reis"- oder „getreidefrei"-Futter können bei gemeinsamer Produktion mit hühnchenhaltigem Futter Kreuzkontaminationen enthalten, die ausreichen, um Symptome aufrechtzuerhalten.

Gleichzeitige Atopie

Etwa 30 % der Hunde mit Futterallergie leiden auch an atopischer Dermatitis (Umweltallergie). Wenn die Diät die Symptome verbessert, sie aber nicht vollständig beseitigt, kann eine zusätzliche Umweltkomponente vorliegen, die eine eigene Behandlung erfordert.