Was ist caniner Katarakt?
Die Augenlinse ist normalerweise transparent. Beim Katarakt denaturieren ihre Proteine und sie wird trüb, was Licht auf dem Weg zur Netzhaut blockiert oder streut. Einteilung nach Reife: incipient (<15 % betroffen), unreif (15-99 %), reif (100 % = Blindheit), hyperreif (Linse verflüssigt sich, Risiko einer Uveitis).
Ursachen
- Erblich: häufigste Ursache. Prädisponierte Rassen: Cocker Spaniel, Pudel, Boston Terrier, Labrador, Golden Retriever, Sibirischer Husky.
- Diabetes mellitus: bis zu 75 % der diabetischen Hunde entwickeln Katarakt innerhalb von 6-12 Monaten nach Diagnose.
- Altersbedingt: oft verwechselt mit Kernsklerose (bläuliche Linse, aber Sehvermögen weitgehend erhalten — kein Katarakt).
Operation (Phakoemulsifikation)
Standardtechnik: Ultraschall fragmentiert die getrübte Linse, die abgesaugt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt wird. Unter Vollnarkose, ~45-60 Minuten pro Auge, Entlassung meist am selben Tag. Augentropfen (Antiinflammatorikum + Antibiotikum) für 4-8 Wochen.
Vor der Operation: Elektroretinogramm (ERG) zur Bestätigung der Netzhautfunktion + Augenultraschall zum Ausschluss einer Netzhautablösung.
Betreuung eines sehbeeinträchtigten Hundes
- Möbel nicht umstellen — blinde Hunde lernen die Raumaufteilung.
- Verschiedene Teppiche zur Zonenmarkierung.
- Leine in der Nähe von Hindernissen; unbekannte Räume unter Aufsicht erkunden.
- Geruchsanreicherung: blinde Hunde kompensieren mit Geruchs- und Gehörsinn.
