Wohlbefindenssignale
- Schwanz auf mittlerer Höhe, ruhiges Wedeln: entspannt und zufrieden.
- Lockerer Körper, entspannte Muskulatur: natürliche Haltung ohne sichtbare Anspannung.
- Ohren in Neutralstellung: weder zurückgelegt noch weit aufgestellt.
- Geöffnetes, entspanntes Maul, Zunge locker.
Stress- und Angstzeichen (Beschwichtigungssignale)
Turid Rugaas nannte diese "Beschwichtigungssignale" — der Hund nutzt sie, um zu deeskalieren oder Unbehagen mitzuteilen:
- Gähnen ohne Kontext (nicht müde).
- Lecken an Nase oder Maul ohne vorangegangenes Fressen.
- Wegschauen oder den Kopf drehen.
- Schnüffeln am Boden in einem sozialen Spannungsmoment.
- Sich kratzen ohne echten Juckreiz.
- Sich schütteln wie nach dem Baden, direkt nach einer angespannten Interaktion.
Zeichen intensiver Angst
- Schwanz zwischen den Beinen.
- Ohren flach am Schädel angelegt.
- Geduckte, verkrampfte Körperhaltung.
- Übermäßiges Hecheln ohne Hitze oder körperliche Anstrengung.
- Sichtbares Zittern.
- Fluchtversuche oder Verstecken.
Alarmzeichen (hohe Aktivierung)
- Steifer Körper, Gewicht auf den Vorderpfoten: hohe Aktivierung, wertet die Situation aus.
- Aufgestellte Ohren nach vorne: konzentrierte Aufmerksamkeit.
- Hochgetragener, angespannter Schwanz: keine Freude, sondern hohe Erregung oder Drohung.
- Starrer, nicht blinzelnder Blick: ernstes Signal — keinen direkten Blickkontakt halten.
Den ganzen Körper lesen
Ein einzelnes Signal ist oft mehrdeutig — immer das Gesamtbild betrachten: Körperhaltung + Schwanz + Ohren + Mimik + Kontext. Ein Hund mit hochgetragenem Schwanz aber lockerem Körper ist aktiviert, aber nicht bedrohlich; derselbe Hund mit steifem Körper braucht Abstand.
Spielsignale
- Spielverbeugung: Vorderbeine am Boden, Hinterteil hoch — eindeutige Spielaufforderung.
- Übertrieben "tollpatschige" Bewegungen: Zeichen, dass es Spiel ist, keine Drohung.
- Rollenwechsel: beim gesunden Spiel wechseln die Positionen.
