Was ist ein Mastzellentumor?
Der Mastzellentumor (MCT, engl. mast cell tumour) ist der häufigste Hauttumor beim Hund und macht 7–21 % aller kaninen Hauttumore aus. Er entsteht aus Mastzellen — Immunzellen, die Histamin und Heparin in Granula speichern und an allergischen und Entzündungsreaktionen beteiligt sind.
Das Erscheinungsbild ist sehr variabel: Er kann einem harmlosen Lipom oder einer Zyste ähneln. Daher sollte jede neue Hautmasse tierärztlich untersucht werden.
Prädisponierte Rassen
Boxer, Englische Bulldogge, Boston Terrier, Shar Pei, Labrador, Golden Retriever, Pug und Beagle haben eine erhöhte Inzidenz.
Symptome und Warnsignale
- Hautknoten variabler Größe, oft harmlos wirkend.
- Darier-Zeichen: Rötung, Quaddeln und Juckreiz bei Manipulation der Masse (Histamin-Degranulation). Sehr charakteristisch für MCT.
- Schwankende Größe (kann wachsen und schrumpfen).
- Systemisch: Erbrechen, hämorrhagischer Durchfall, Magengeschwüre, Hypotonie.
Diagnose
- Feinnadelaspiration (FNA/FNAB): erste diagnostische Wahl. Mastzellen mit metachromatischen Granula sind charakteristisch.
- Biopsie + Histopathologie: bestimmt den Tumorgrad (Patnaik I–III oder Kiupel niedrig/hoch).
- c-Kit-Mutationsnachweis (PCR): relevant für die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern.
Behandlung
- Operation: Mittel der Wahl bei lokalisierten Tumoren. Sicherheitsabstand 2–3 cm entscheidend für Heilungschancen.
- Strahlentherapie: bei unvollständigen Resektionsrändern oder schwieriger Lage.
- Chemotherapie: bei Grad III oder Metastasierung (Lomustin, Vinblastin).
- Tyrosinkinasehemmer (Toceranib/Palladia®, Masitinib/Masivet®): bei c-Kit-Mutation oder Rezidiven.
- Antihistaminika + H2-Blocker: immer perioperativ zur Kontrolle systemischer Effekte.
