Was ist Atopische Dermatitis beim Hund?
Die atopische Dermatitis (AD) ist eine chronische, genetisch bedingte Hauterkrankung durch übersteigerte Immunreaktion auf Umweltallergene: Hausstaubmilben (Dermatophagoides), Gras- und Baumpollen, Schimmelpilzsporen und Tierepithelien. Sie ist nach Flohbissallergie die zweithäufigste Juckreizursache beim Hund.
Symptome
- Intensiver Juckreiz: Kratzen, Pfotenlecken, Gesicht reiben.
- Charakteristische Verteilung: Gesicht (Schnauze, Augen), Pfoten (zwischen den Zehen), Achseln, Leiste, Hautfalten.
- Wiederkehrende Otitis externa — oft mit Sekundärinfektion durch Malassezia oder Bakterien.
Diagnose
Ausschlussdiagnose: Flöhe, Sarcoptes-Räude und Futterallergie zuerst ausschließen. Dann Favrot-Kriterien anwenden. Intradermaler Allergietest oder Serum-IgE-Test identifiziert die Allergene für die Hyposensibilisierung.
Behandlung
- Oclacitinib (Apoquel): JAK1-Inhibitor, wirkt innerhalb von 4 Stunden, tägliche Tablette.
- Lokivetmab (Cytopoint): monoklonaler Anti-IL-31-Antikörper, monatliche Injektion, sehr gutes Sicherheitsprofil.
- Ciclosporin (Atopica): Immunmodulator oral, Wirkungseintritt nach 4-6 Wochen.
- Hyposensibilisierung (ASIT): einzige krankheitsmodifizierende Therapie; bei 50-70 % der Patienten wirksam.
- Hautpflege: regelmäßige Bäder mit Spezialshampoo, Emollientien zur Stärkung der Hautbarriere.
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmend, verbessern die Fellqualität.
Umgebungskontrolle bei Milbenallergie
HEPA-Staubsauger, milbendichte Bezüge für Matratzen und Sofas, wöchentliches Waschen des Hundebetts bei 60 °C. Hund nicht im Menschenbett schlafen lassen.
