Was ist Babesiose beim Hund?
Die Babesiose ist eine durch Protozoen der Gattung Babesia verursachte Erkrankung, die rote Blutkörperchen infiziert und zerstört. In Europa sind Babesia canis (übertragen durch Dermacentor reticulatus, weit verbreitet in Mittel- und Osteuropa) und Babesia vogeli (Südeuropa) am häufigsten. Die Krankheit kann sich innerhalb von 24–48 Stunden lebensbedrohlich entwickeln.
Symptome
- Hämolytische Anämie: blasse oder gelbliche Schleimhäute, extreme Schwäche.
- Dunkelroter bis brauner Urin (Hämoglobinurie).
- Hohes Fieber (>40 °C).
- Apathie und Fressunlust.
- Tachykardie und Tachypnoe (Atemnot).
- In komplizierten Fällen: akutes Nierenversagen, disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), Lungen- oder Hirnödem.
Diagnose
- Blutausstrich: Die Protozoen sind innerhalb der Erythrozyten sichtbar (birnenförmige Paarchen). Schnell und direkt.
- Blutbild: schwere regenerative Anämie, Thrombozytopenie.
- PCR: Artidentifikation und höchste Sensitivität.
Behandlung
- Imidocarb-Dipropionat (Imizol®): Mittel der Wahl, subkutane oder intramuskuläre Injektion. In der Regel 1–2 Dosen (14-Tage-Intervall für B. canis).
- Intensivpflege: Infusionstherapie, Bluttransfusion bei schwerem Anämie (Hkt <15–20 %), Nierenschutz.
Bei blassen Schleimhäuten, dunklem Urin oder Ohnmacht sofort in die Tierklinik.
Vorbeugung
- Schnellwirkende Isoxazoline (Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner) bieten den besten Sofortschutz gegen Zecken.
- Vollständige Zeckenkontrolle nach Spaziergängen — Babesia-Übertragung kann bereits wenige Stunden nach dem Stich erfolgen.
