Was ist Ehrlichiose beim Hund?
Die Ehrlichiose ist eine durch das intrazelluläre Bakterium Ehrlichia canis verursachte Infektionskrankheit. Sie wird hauptsächlich durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen — die im Mittelmeerraum häufigste Zeckenart. In Mitteleuropa steigt das Risiko durch importierte Hunde und durch das wärmere Klima.
Krankheitsphasen
- Akutphase (1–4 Wochen nach Exposition): Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellung, Nasen- oder Augenausfluss. Im Blutbild zeigt sich eine Thrombozytopenie.
- Subklinische Phase: Der Hund wirkt erholt, das Bakterium persistiert jedoch und kann Monate bis Jahre anhalten.
- Chronische Phase: Schwere Anämie, Blutungsneigung, Gewichtsverlust, Nierenversagen, neurologische Symptome. Ohne Behandlung lebensbedrohlich.
Symptome
- Fieber (>39,5 °C)
- Lethargie und Fressunlust
- Petechien (kleine rote Punkte auf Schleimhäuten), spontane Hämatome
- Nasenbluten (Epistaxis)
- Gewichtsverlust und Muskelschwund
- Augenentzündung (Uveitis)
Behandlung
- Doxycyclin: Mittel der Wahl (10 mg/kg täglich oral, 28 Tage). Eine vollständige Therapiedauer ist entscheidend — Rückfälle nach kürzerer Behandlung sind häufig. Immer mit Futter verabreichen.
- Kortikosteroide: bei schwerer immunvermittelter Thrombozytopenie.
- Supportive Behandlung: Infusionen, Bluttransfusionen bei schwerer Anämie, Magenschutz.
Vorbeugung
- Zuverlässige Zeckenschutzmittel: Spot-on, Halsbänder (Seresto®) oder Tabletten (Bravecto®, Nexgard®, Simparica®) — termingerecht erneuern.
- Nach Spaziergängen den gesamten Körper (Hund und Mensch) auf Zecken absuchen.
- Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange gerade herausziehen — nie drehen.
