Was sind Urolite (Harnsteine)?
Urolite sind Mineralkonkretionen im Harntrakt: Blase (Zystolithen), Harnröhre (Urethroliten), Niere oder Ureter. Sie verursachen Entzündungen, wiederkehrende Infektionen und — bei Verstopfung der Harnröhre besonders bei Rüden — einen lebensbedrohlichen Notfall.
Häufigste Typen
1. Struvit (~50 %): fast immer mit Harnwegsinfektionen (ureaseproduzierende Bakterien) assoziiert. Häufiger bei Hündinnen. Lösen sich mit Diät in 4-12 Wochen auf.
2. Kalziumoxalat (~35 %): häufiger bei kleinen Rassen (Bichon, Schnauzer, Yorkshire, Lhasa Apso) und Rüden. Lösen sich nicht mit Diät — operative Entfernung nötig. Lebenslange Vorbeugungsdiät.
Symptome
- Schmerzhaftes Urinieren, Tröpfeln, lange Absatzhaltungen.
- Häufiger kleiner Harnabsatz (Pollakisurie).
- Blut im Urin (Hämaturie).
- Harnröhrenverstopfung (Notfall): Rüde versucht vergeblich zu urinieren, wimmert, erbricht — sofort zum Tierarzt.
Behandlung und Vorbeugung
- Struvit: Auflösungsdiät (Hill's s/d, Royal Canin Urinary SO) + Antibiotikum bei Infektion. Monatliche Ultraschallkontrolle.
- Kalziumoxalat: Zystotomie oder Zystoskopie. Lebenslange Erhaltungsdiät.
- Allgemeine Vorbeugung: mehr Wasser (Nassfutter, Trinkbrunnen), jährliche Urinuntersuchung.
