Warum Hautprobleme so häufig sind

Hautprobleme machen bis zu 25 % aller Tierarztvorstellungen aus. Die Haut ist das größte Organ des Hundes und spiegelt sowohl lokale als auch systemische Probleme (Allergien, Hormonstörungen, Immundefekte) wider. Die Diagnose erfordert meist eine ausführliche Anamnese und mehrere Tests.

Häufige Hautprobleme

Atopische Dermatitis

Überempfindlichkeit gegen Umweltallergene (Hausstaubmilben, Pollen, Schimmel). Intensiver Juckreiz, besonders an Gesicht, Achseln, Pfoten und Leisten. Saisonal oder ganzjährig. Diagnose: intradermaler Test oder IgE-Serologie.

Futterallergie

Reaktion auf Proteine der Nahrung. Nicht-saisonaler Juckreiz, häufig an Gesicht, Ohren und Pfoten. Diagnose: strenge Eliminationsdiät 8–12 Wochen.

Bakterielle Hautinfektionen (Pyodermie)

Meist sekundär zu einer anderen Ursache (Juckreiz → Kratzen → Bakterien). Pusteln, Krusten, Erythem, kreisförmiger Haarverlust. Häufigster Erreger: Staphylococcus pseudintermedius.

Malassezia-Dermatitis

Übermäßige Besiedelung mit Malassezia-Hefen in Hautfalten, Ohren, Perianalbereich. Charakteristischer ranziger Geruch, Hautverdickung, intensiver Juckreiz.

Sarkoptische Räude

Milbe Sarcoptes scabiei. Sehr starker Juckreiz, besonders an Ohrrändern, Ellbogen und Bauch. Zoonotisch (auf Menschen übertragbar). Spricht gut auf Isoxazoline an.

Demodikose

Demodex-Milbe, die normalerweise als Kommensale vorkommt. Bei Welpen oder immunsupprimierten Tieren Überwucherung → Haarverlust ohne Juckreiz (lokalisiert) oder schwere generalisierte Läsionen. Nicht zoonotisch.

Hypothyreose

Zu wenig Schilddrüsenhormon → bilateral symmetrischer Haarverlust, stumpfes Fell, Hautverdickung. Kein Juckreiz. Diagnose: T4 gesamt + TSH canin.

Hyperadrenokortizismus (Cushing)

Kortisol-Überschuss → aufgeblähter Bauch, Alopezie, dünne Haut, Calcinosis cutis. Diagnose: Low-dose-Dexamethason-Suppressionstest oder ACTH-Stimulationstest.

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