Was ist Hüftdysplasie (HD)?
Hüftdysplasie ist eine angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Statt eines engen, stabilen Sitzes zwischen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne besteht eine übermäßige Laxheit — die Hüfte ist "zu locker". Diese chronische Instabilität führt zu Knorpelschäden, Synovialentzündung und schließlich zu degenerativer Arthrose. Sie ist die häufigste orthopädische Erbkrankheit und die häufigste Ursache für Hüftarthrose beim Hund.
Symptome nach Alter
Welpen (4-18 Monate):
- Hinken eines oder beider Hinterbeine, das sich nach Belastung verschlimmert.
- Schwierigkeiten beim Aufstehen, Treppensteigen oder Springen.
- "Hasengang": beide Hinterbeine bewegen sich gleichzeitig statt abwechselnd.
Erwachsene und Senioren:
- Morgensteifigkeit, die sich nach Bewegung bessert.
- Zunehmende Bewegungsuntoleranz.
- Muskelschwund am Hinterteil.
- Hörbares oder fühlbares Knacken in der Hüfte.
Diagnose
Röntgenaufnahmen unter Sedierung oder Vollnarkose sind die Grundlage. OFA- und PennHIP-Protokolle sind die internationalen Standards für seriöse Züchter.
Konservative Behandlung
- Gewichtskontrolle: wichtigste Einzelmaßnahme — jedes Kilo weniger entlastet das Gelenk erheblich.
- Physiotherapie und Rehabilitation: Hydrotherapie (Schwimmen, Unterwasserlaufband), Massagen, Wärmetherapie.
- Schmerzmedikation: NSAIDs (Meloxicam, Carprofen) unter tierärztlicher Aufsicht.
- Knorpelschutz: Glucosamin + Chondroitinsulfat, Omega-3-Fettsäuren.
Chirurgische Optionen
- Dreifache Beckenosteotomie (DBO): bei Welpen ohne etablierte Arthrose (<10 Monate).
- Hüft-Totalendoprothese (TEP): Ergebnisse 80-95 % gut; für schwere HD mit Schmerzen.
- Femurkopfresektion (FHO): kostengünstige Option bei Klein- und Mittelhunden.
