Hund trinkt viel Wasser: Ursachen und wann Du zum Tierarzt solltest

Nach Sport oder bei Hitze mehr zu trinken ist normal. Aber wenn Dein Hund ständig am Napf steht, deutlich mehr uriniert und die Trinkmengen spürbar gestiegen sind, spricht man von Polydipsie – und das ist immer ein Untersuchungsanlass.

Was ist normal?

Ein gesunder Hund trinkt etwa 50–100 ml pro kg Körpergewicht pro Tag. Ein 30 kg schwerer Hund also 1,5–3 Liter. Über 100 ml/kg/Tag, über mehrere Tage gemessen, gilt als Polydipsie.

Messen: Napf am Morgen mit einer bekannten Menge füllen, 24 Stunden später kontrollieren.

Häufige Ursachen

Diabetes mellitus

Ohne ausreichend Insulin sammelt sich Glukose im Blut und wird über den Urin ausgeschieden – dabei wird viel Wasser mitgerissen. Der Hund kompensiert durch starkes Trinken. Begleitzeichen: Gewichtsabnahme trotz gutem Appetit, trübe Augen (Katarakt durch Diabetes ist häufig).

Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Geschädigte Nieren können den Urin nicht mehr konzentrieren, der Hund verliert mehr Wasser und trinkt mehr. Häufig bei älteren Hunden. Begleitsymptome: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust.

Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus)

Zu viel Kortisol führt zu ausgeprägter Polydipsie und Polyurie, Hängebauch, dünnem Fell, Lethargie und Gewichtszunahme. Typisch bei mittelaltrigen bis älteren Hunden, vor allem Pudel, Boxer, Dackel.

Hyperkalzämie

Erhöhte Kalziumwerte im Blut (Tumor, Hyperparathyreoidismus, Vitamin-D-Vergiftung) lösen starken Durst aus.

Pyometra (Gebärmuttervereiterung)

Bei unkastrierten Hündinnen. Die offene Form zeigt Vaginalausfluss; die geschlossene nicht. Beide führen zu extremem Durst. Notfall!

Psychogene Polydipsie

Trinken aus Langeweile, Angst oder Gewohnheit. Diagnose durch Ausschluss aller medizinischen Ursachen.

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