Die Übergewichtsepidemie bei Hunden
40-56 % der Hunde in westlichen Ländern sind übergewichtig oder fettleibig. Es ist die häufigste Ernährungskrankheit bei Haushunden und eine der unterschätztesten: viele Besitzer nehmen ihren "molliger" Hund als gesund und gut gepflegt wahr. Dabei verkürzt Fettleibigkeit das Leben um bis zu 2,5 Jahre und beschleunigt Arthrose, Herzerkrankungen, Diabetes und Atemprobleme.
BCS (Body Condition Score) — So bewertest Du Deinen Hund
- 1-3/9: zu dünn (Rippen und Wirbel sichtbar).
- 4-5/9: Idealgewicht (Rippen leicht tastbar, Taille von oben erkennbar).
- 6-7/9: übergewichtig (Rippen mit Fettschicht, Taille kaum erkennbar).
- 8-9/9: fettleibig (Rippen nicht tastbar, Bauch gerundet, keine Taille).
Häufigste Ursachen
- Überfütterung: zu viel Futter oder zu viele Leckerlis.
- Kastration: senkt den Grundumsatz um 20-30 %; ohne Futteranpassung kommt es zu schleichendem Gewichtsanstieg.
- Bewegungsmangel.
- Schilddrüsenunterfunktion oder Hyperadrenokortizismus: immer ausschließen.
Abnehm-Plan
- Zielgewicht mit dem Tierarzt festlegen. 1-2 % Körpergewicht pro Woche ist ein sicheres Tempo.
- Kalorien berechnen: 80 % der Erhaltungskalorien für das Zielgewicht. Formel: RER = 70 × (Zielgewicht_kg)^0,75 kcal.
- Futter abwiegen: Messbecher sind ungenau — Küchenwaage verwenden.
- Leckerlis reduzieren oder in die Tagesration einrechnen.
- Bewegung steigern: 30 Minuten aktives Gehen täglich.
- Monatliche Kontrollen: wiegen und anpassen.
