Impfplan für Welpen: Welche Impfungen wann — DACH-Leitfaden
Die erste Frage nach der Anschaffung eines Welpen: Wann muss ich zum Tierarzt? Welche Impfungen braucht er? Wie lange ist er nicht geschützt? Hier sind die Antworten — basierend auf den WSAVA-Empfehlungen (World Small Animal Veterinary Association) und den Regelungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Pflicht- vs. empfohlene Impfungen
- Core-Impfungen (essenziell): für alle Hunde empfohlen, unabhängig vom Lebensstil. Schützen vor Staupe, Parvovirose, Hepatitis (HCC/Adenovirus) — oft als Kombivakzine (SHPP oder ähnlich) gegeben. Dazu Tollwut.
- Non-Core-Impfungen: je nach Lebensumständen: Leptospirose, Zwingerhusten (Bordetella/Parainfluenza), Borreliose, Leishmaniose (relevant in Mittelmeerregionen).
Impfplan Grundimmunisierung Welpen
| Alter | Impfung | Hinweis |
|---|---|---|
| 6-8 Wochen | Kombivakzine (Staupe, Parvo, HCC) 1. Dosis | Frühstart wenn Muttertier schlecht geimpft war |
| 10-12 Wochen | Kombivakzine 2. Dosis + Leptospirose 1. Dosis | Min. 3-4 Wochen Abstand |
| 14-16 Wochen | Kombivakzine 3. Dosis + Leptospirose 2. Dosis + Tollwut | 3. Dosis ist entscheidend (überbrückt maternale Antikörper) |
| 6-12 Monate | Tollwut (wenn noch nicht gegeben) + ggf. Auffrischung nach Tierarztprotokoll | Abhängig vom Tierarzt |
| Adulter Hund | Kombivakzine alle 3 Jahre (nach WSAVA) · Leptospirose jährlich · Tollwut nach Vorschrift | Tollwutintervall unterscheidet sich je nach Bundesland/Land |
Warum braucht es mehrere Impfungen?
Welpen erhalten maternale Antikörper über die Muttermilch. Diese schützen in den ersten Wochen — blockieren aber gleichzeitig die Impfantwort. Da nicht bekannt ist, wann genau diese Antikörper im Einzeltier abfallen, werden mehrere Dosen im Abstand von 3-4 Wochen gegeben. Die dritte Dosis mit 14-16 Wochen ist besonders wichtig: zu diesem Zeitpunkt sind die maternalen Antikörper bei praktisch allen Welpen so weit abgefallen, dass eine zuverlässige Immunantwort entsteht.
Wann darf der Welpe nach draußen?
Die WSAVA empfiehlt, Sozialisierung und Impfschutz gegeneinander abzuwägen: Das Sozialisierungsfenster (8-14 Wochen) ist die wichtigste Phase der Prägung des Hundes. Ein Welpe, der in dieser Phase nicht sozialisiert wird, kann lebenslange Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.
Moderner Konsens: Kontakt mit bekannten, gut geimpften Hunden im privaten Bereich ist früh möglich und wichtig. Risikoreichere Orte (öffentliche Hundeparks, Bereiche mit Parvo-Ausbrüchen) sollten bis 1-2 Wochen nach der letzten Grundimmunisierungsdosis gemieden werden.
Tollwutpflicht im DACH-Raum
- Deutschland: keine bundesweite Pflicht, aber einzelne Bundesländer haben Meldepflicht oder lokale Vorschriften. Für Reisen in EU-Länder mit Einreiseauflagen ist Tollwut vorgeschrieben.
- Österreich: Tollwutimpfung für Hundehalter in manchen Bundesländern empfohlen; für Reisen obligatorisch.
- Schweiz: für Hunde im Inland nicht gesetzlich vorgeschrieben; für Einreise aus Drittländern und für Reisen ins Ausland erforderlich.
Impfreaktionen — was ist normal?
Normal nach der Impfung:
- Müdigkeit für 24h
- Leichte Schwellung/Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle
- Verminderter Appetit am Impftag
Sofort zum Tierarzt:
- Erbrechen, starker Durchfall
- Geschwollenes Gesicht, Urtikaria
- Atemnot oder Kollaps (anaphylaktische Reaktion — selten aber ernst)
Purzi und der Impfkalender
Im Gesundheitsbereich von Purzi kannst Du jede Impfung eintragen und automatische Erinnerungen setzen, wenn die nächste Dosis fällig ist. Kein Suchen nach dem Impfausweis — alles in der App. Fragen zum Impfplan Deiner spezifischen Rasse beantwortet der Experten-Chat.
Häufige Fragen
- Was passiert, wenn eine Impfung verpasst wird?
- Wenn ein Abstand überschritten wird: in den meisten Fällen kann die Grundimmunisierung fortgesetzt werden. Bei sehr langen Pausen empfiehlt der Tierarzt oft einen Neustart. Wichtig: Nicht selbst entscheiden — den Tierarzt fragen.
- Kann ich meinen Welpen selbst impfen?
- Technisch möglich, aber nicht empfohlen. Kühlkette, Injektionstechnik und Erkennen von Impfreaktionen erfordern Ausbildung. Außerdem: Selbst verabreichte Impfungen werden für den EU-Heimtierausweis nicht anerkannt.
- Mein Welpe hatte eine schlechte Reaktion — soll ich die nächste Impfung trotzdem machen?
- Unbedingt den Tierarzt informieren. Bei leichten Reaktionen wird oft Antihistaminikum prophylaktisch gegeben. Bei starken Reaktionen wird die Gefahr-Nutzen-Abwägung individuell neu bewertet.
