Warum die richtige Einführung so wichtig ist
Der erste Eindruck zwischen Tieren ist entscheidend. Ein schlechtes erstes Treffen kann eine dauerhaft negative Dynamik etablieren. Richtig gemacht minimiert die Einführung das Konfliktrisiko erheblich.
Neuer Hund + bestehender Hund
Vorbereitung: Ressourcen sichern
- Spannungsressourcen entfernen oder trennen: Futternäpfe, Lieblingsschlafplätze, Spielzeug. Konflikte entstehen meist um Ressourcen.
- Den Bestandshund vor dem Treffen gut auslasten — senkt das Aktivierungsniveau.
Das erste Treffen: neutrales Terrain
Das beste erste Treffen findet auf neutralem Boden statt (Park, Feld) — nicht zuhause. Zuhause kann der Bestandshund Revierverhalten zeigen.
- Beide Hunde mit je einer Begleitperson zum neutralen Ort bringen.
- Mit Abstand beginnen — sehen lassen, Umgebung beschnüffeln.
- Parallel (nicht frontal) auf einander zu gehen — in die gleiche Richtung laufen.
- Kurzes Beschnüffeln erlauben (max. 3–4 Sekunden), dann wieder auseinander und weitergehen.
- Bei starker Erregung: Abstand erhöhen. Bei Ruhe: erneutes Beschnüffeln wiederholen.
Zuhause: die ersten Tage
- Zunächst getrennte Bereiche — Babytore oder separate Räume.
- Geruchsaustausch: Decke des Neuen zum Bestandshund und umgekehrt.
- Volle Aufsicht bei jedem Kontakt in den ersten Wochen.
- Keinen Kontakt erzwingen — jeder Hund bestimmt sein Tempo.
- Getrennte Fütterung für mindestens eine Woche.
Neuer Hund + Katze
Diese Einführung braucht mehr Zeit. Die Katze braucht immer eine Fluchtmöglichkeit und Erhöhungen, die der Hund nicht erreichen kann.
- Woche 1: vollständige Trennung mit Tür dazwischen. Geruchsaustausch unter der Tür.
- Woche 2: die Katze erkundet die Hundezonen ohne Hund — und umgekehrt.
- Woche 3+: erster Sichtkontakt mit angeleinter, ruhigem Hund. Die Katze entscheidet, ob sie sich nähert.
- Keine Jagd erlauben: der Hund muss sofort unterbrochen werden, wenn er die Katze zu jagen beginnt.
Rassen mit starkem Jagdtrieb (Husky, Terrier, Windhunde) können trotz gutem Training für Katzen gefährlich sein. Jeden Fall individuell einschätzen.
Fortschritt vs. Alarmsignale
Fortschritt: gegenseitiges Ignorieren, Schlafen in Nähe ohne Anspannung, entspanntes Spiel.
Alarm: intensive Jagd ohne Spielcharakter, Fixieren, dauerhaftes Knurren, Veränderungen beim Fressen oder Schlafen. Dann: im Protokoll zurückgehen und ggf. professionelle Hilfe suchen.
