Was sind perianale Fisteln?

Perianale Fisteln (auch: perianale Sinusitis oder perianale Fistelerkrankung) sind chronisch infizierte Kanäle und Tunnel in der Haut und dem Unterhautgewebe rund um den After. Sie können oberflächlich oder tief sein, einzeln oder vielfach auftreten und sich häufig zu einem schmerzhaften Netz aus eiternden Gängen verbinden.

Der Deutsche Schäferhund: am stärksten betroffen

Der Deutsche Schäferhund ist unverhältnismäßig stark von perianalen Fisteln betroffen. Die tief angesetzte, am Körper anliegende Rute schafft ein feuchtes, warmes Mikroklima, das Mazerierung und Infektionen begünstigt. Die Rassenprädisposition deutet auf eine immunologische Komponente hin (möglicherweise ähnlich einer entzündlichen Darmerkrankung). Seltener betroffen: Irischer Setter, Boxer, Labrador Retriever.

Symptome

Diagnose

Die Diagnose ist hauptsächlich klinisch: Die sichtbaren Fistelöffnungen rund um den After sind beweisend. Die vollständige Untersuchung erfordert eine Allgemeinanästhesie, um das tatsächliche Ausmaß der Kanäle zu beurteilen. Eine Koloskopie oder CT kann sinnvoll sein, um eine gleichzeitig bestehende entzündliche Darmerkrankung auszuschließen (beim Deutschen Schäferhund sehr häufig).

Behandlung

Medizinische Behandlung (erste Wahl)

In den letzten 20 Jahren hat die medizinische Behandlung die Chirurgie als erste Wahl abgelöst:

Chirurgie (zweite Wahl)

Vorbehalten für therapieresistente Fälle, tiefe Fisteln mit Sphinkterbeteiligung oder häufige Rückfälle. Das Risiko einer postoperativen Stuhlinkontinenz ist bei schweren Formen erheblich.

Langzeitmanagement

Perianale Fisteln neigen zu Rückfällen. Viele Hunde benötigen eine lebenslange Erhaltungstherapie (Ciclosporin jeden zweiten Tag) und regelmäßige Kontrollen. Sorgfältige Analhygiene – schonende Reinigung mit verdünntem Chlorhexidin und gründliches Abtrocknen – hilft, Sekundärinfektionen zu minimieren.