Was ist Trennungsangst?
Trennungsangst ist eines der häufigsten Verhaltensprobleme bei Haushunden. Der Hund erlebt intensiven Stress, wenn er allein gelassen wird — manchmal schon beim Anblick der Vorbereitung zum Weggehen. Es ist kein "Trotz" oder "Blödsinn", sondern echter psychischer Leidensdruck.
Symptome
- Dauerhaftes Bellen und Heulen nach dem Weggehen.
- Destruktives Verhalten: zernagtes Mobiliar, zerkratzte Türen.
- Unsauberkeit trotz vorhandener Stubenreinheit.
- Übermäßiger Speichelfluss, Hecheln oder Zittern.
- Fluchtversuche: Kratzen an Fenstern, Überspringen von Zäunen.
Filme Deinen Hund mit einer Kamera, wenn Du weg bist — das ist der sicherste Weg zur Diagnose.
Behandlungsplan: Systematische Desensibilisierung
- Abgangsrituale auflösen: Schlüssel mehrmals nehmen, ohne die Wohnung zu verlassen.
- Mit sehr kurzen Abwesenheiten beginnen: 10 Sekunden. Der Hund muss ruhig sein, wenn Du zurückkommst.
- Sehr langsam steigern: 30 s → 1 min → 3 min → 10 min → 30 min. Bei Stresssignalen zurückgehen.
- Rückkehr ohne Drama: ruhig eintreten, erst begrüßen, wenn der Hund entspannt ist.
- Beschäftigung: gefrorener Kong, langanhaltende Kauknochen, entspannende Hundemusik.
Wann professionelle Hilfe holen?
Bei schwerer Trennungsangst (Selbstverletzung, Verweigerung zu fressen, keine Verbesserung nach 4 Wochen) — Tierverhaltensspezialist oder Tierarzt aufsuchen. In manchen Fällen ist medikamentöse Unterstützung (Fluoxetin, Selegilin) nötig, um verhaltenstherapeutisch arbeiten zu können.
