Vorbereitung vor dem Einzug
Bevor der Welpe einzieht, braucht er eine sichere Umgebung. Welpen erkunden mit dem Maul — elektrische Kabel, Pflanzen (viele giftig!), Reinigungsmittel und Kleinigkeiten auf dem Boden gehören weggeräumt oder gesichert.
- Schlafplatz: Körbchen oder Kiste (Vari-Kennel) an einem ruhigen Ort, nicht zu exponiert. Eine gut ausgepolsterte Box vermittelt Geborgenheit.
- Napf und Wasserschale: bodennah, stabil.
- Kauartikel und Spielzeug: für die ersten Tage bereitstellen.
- Kontakt zur Tierarztpraxis aufnehmen — erster Termin innerhalb der ersten Woche buchen.
Die ersten Tage: Ankommen lassen
Der Welpe hat seine Mutter, Geschwister und die vertraute Umgebung verlassen. Das ist Stress. Ruhe ist die wichtigste Medizin der ersten Tage.
- Wenig Besuch die erste Woche.
- Kinder erklären, dass der Welpe leises, sanftes Verhalten braucht.
- Den Welpen nicht aus Mitleid dauerhaft auf den Arm nehmen — er lernt sonst, Boden = schlecht.
- Schlafenszeiten respektieren: Welpen schlafen 16–20 Stunden täglich.
Stubenreinheit: das Wichtigste
Stubenreinheit lernen Welpen durch Management + Konsequenz + Belohnung — nicht durch Strafe.
Die Regel
Welpen müssen nach Schlafen, Fressen, Spielen und alle 1–2 Stunden nach draußen. Junger Welpe (8 Wochen): Blase hält ca. 1 Stunde. Mit jedem Monat steigt die Kapazität um ca. 1 Stunde.
Vorgehen
- Den Welpen zügig (tragen ist OK) zum Auslaufplatz bringen.
- Ruhig warten. Sobald er sein Geschäft macht: sofort und überschwänglich loben + Leckerli.
- Missgeschick drinnen: ruhig aufwischen. Kein Schimpfen — der Welpe verbindet es nicht mit der Handlung, sondern mit Deiner Anwesenheit beim Ausscheidungsakt → wird heimlich woanders machen.
- Unfälle drinnen sind Fehler des Besitzers (nicht rechtzeitig rausgegangen), nicht des Welpen.
Schlafen und die erste Nacht
Die erste Nacht ist für viele Welpen schwer. Methoden:
- Neben dem Bett schlafen lassen (Kiste daneben): Du kannst die Hand runterschieben, wenn er whimpert — beruhigend, ohne hochzunehmen. Kiste langsam verschieben, bis sie am gewünschten Platz ist.
- Heizdecke unter dem Körbchen (Wärmequelle wie Geschwister).
- Herzschlag-Plüschtier: imitiert den Herzschlag der Mutter.
- In der ersten Woche muss ein Erwachsener nachts raus (ca. alle 3–4 Stunden).
Sozialisierung — das Zeitfenster nicht verpassen
Das sensible Sozialisierungsfenster liegt zwischen 3 und 12–14 Wochen. Erfahrungen in dieser Phase prägen das gesamte spätere Leben des Hundes. Mit 8–12 Wochen ist das Fenster noch offen — nutze es aktiv.
- Verschiedene Oberflächen: Gras, Asphalt, Kies, Gitter.
- Verschiedene Geräusche: Verkehr, Kinder, Haushaltsgeräte.
- Verschiedene Menschen: Männer mit Bart, Menschen mit Hut, Kinder, ältere Menschen.
- Andere gesunde Hunde: Welpenstunde (gut supervisiert) oder bekannte Hunde.
- Alles immer positiv — Leckerlis dabei, nie überfordern.
Achtung: bis zur vollständigen Grundimmunisierung (oft ab 12–16 Wochen) kein Kontakt mit unbekannten Hunden oder belasteten Böden (Parks, Tierheime). Armtragen ist eine Option.
Impfungen und erste Gesundheitsvorsorge
- Impfplan: DHPP (Staupe, Hepatitis, Parvovirus, Parainfluenza) ab 6–8 Wochen, Wiederholung alle 3–4 Wochen bis 16 Wochen.
- Entwurmung: alle 2 Wochen bis Woche 12, dann monatlich bis 6 Monate.
- Parasitenschutz besprechen (Zecken, Flöhe).
- Chip und Registeranmeldung in den meisten Ländern Pflicht.
