Was ist eine Pyometra?
Die Pyometra ist eine schwere bakterielle Infektion der Gebärmutter mit Eiteransammlung im Uterus. Sie betrifft fast ausschließlich nicht kastrierte Hündinnen, in der Regel ab dem 5.–6. Lebensjahr, kann aber in jedem Alter auftreten. Sie ist der gynäkologische Notfall schlechthin und kann ohne Behandlung innerhalb weniger Tage tödlich verlaufen.
Die Erkrankung tritt typischerweise 4–8 Wochen nach der Läufigkeit auf, wenn der Progesteronspiegel hoch und der Zervix offen (offene Pyometra) oder geschlossen (geschlossene Pyometra — schwerer) ist.
Symptome
- Eitriger, blutiger oder übel riechender Vaginalausfluss (bei offener Form).
- Ausgeprägte Lethargie und Schwäche.
- Polydipsie (starker Durst) und Polyurie (häufiges Wasserlassen) — klassisch für Pyometra.
- Fressunlust und Erbrechen.
- Aufgetriebener, gespannter Bauch (besonders bei geschlossener Form).
- Fieber (nicht immer vorhanden — in Spätstadien auch Hypothermie möglich).
Behandlung
Die Pyometra ist ein Notfall. Die Standardtherapie ist die chirurgische Ovariohysterektomie (Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken). Sie beseitigt das Problem definitiv und verhindert Rückfälle.
- Präoperative Stabilisierung: Infusionstherapie, Antibiotika (Amoxicillin-Clavulansäure als erste Wahl), Rehydrierung.
- Medikamentöse Therapie: Prostaglandine + Antibiotika — nur für junge Hündinnen mit offener Pyometra und Zuchtwunsch. Rückfallquote >70 %. Kontraindiziert bei geschlossener Pyometra.
Vorbeugung
- Kastration (Ovariohysterektomie oder Ovariektomie) vor der ersten Läufigkeit eliminiert das Pyometra-Risiko vollständig.
- Bei nicht kastrierten Hündinnen 4–8 Wochen nach jeder Läufigkeit auf Pyometra-Symptome achten.
