Was ist Ellenbogendysplasie?
Die Ellenbogendysplasie (ED) ist eine Gruppe von Entwicklungsstörungen des Ellenbogengelenks, die zu Gelenkinkongruenz, Knorpelschäden und progressiver Osteoarthrose führen. Sie ist die häufigste Ursache für Vordergliedmaßenlahmheit bei großen und Riesenrassen.
Formen
- Fragmentierter Processus coronoideus (FPC): häufigste Form.
- Osteochondritis dissecans (OCD) des Ellenbogengelenks: Ablösung von Gelenkknorpel am Humerus.
- Unvereinigter Processus anconaeus (UPA): fehlende Fusion des Processus anconaeus mit der Ulna.
Prädisponierte Rassen
Labrador Retriever, Golden Retriever, Rottweiler, Berner Sennenhund, Deutscher Schäferhund, Dogge, Hovawart.
Symptome
- Intermittierende oder anhaltende Vordergliedmaßenlahmheit, belastungsabhängig.
- Typischer Beginn zwischen 4 und 18 Monaten.
- Auswärtsrotation des Gliedmaßes beim Auftreten.
- Schmerz bei Beugung/Streckung des Ellenbogengelenks.
Diagnose
- Röntgen: sichtbar Osteophyten, Fragmente und Gelenkveränderungen.
- CT (Computertomographie): Goldstandard — stellt den FPC viel detaillierter dar als Röntgen.
- Arthroskopie: bestätigt die Diagnose und ermöglicht die gleichzeitige Behandlung.
Behandlung
- Arthroskopische Operation: Methode der Wahl bei jungen Hunden mit Gelenkfragmenten (FPC, OCD, UPA). Verbessert die Gelenkfunktion, verhindert aber nicht die Arthrose.
- Konservative Therapie: NSAIDs, Physiotherapie, Gewichtskontrolle, Gelenkergänzungsmittel bei etablierter Arthrose.
Prävention durch Zucht
Die Ellenbogendysplasie ist genetisch bedingt. Seriöse Züchter verwenden das IEWG-Bewertungsschema (0–3) und züchten nur mit Tieren des Grades 0 oder 1. Beim Kauf eines Welpen immer ED-Zertifikate der Elterntiere anfordern.
