Epilepsie beim Hund: Was passiert, was tun, wie weiter
Ein epileptischer Anfall zu beobachten zählt zu den aufwühlendsten Erfahrungen für Hundebesitzer. Der Hund zuckt unkontrolliert, sabbert, verliert die Kontrolle über Blase und Darm – und Du stehst daneben, völlig hilflos. Die gute Nachricht: Die meisten Anfälle dauern unter 2 Minuten und enden von selbst, ohne bleibende Schäden.
Phasen eines epileptischen Anfalls
- Prodromalphase (Stunden bis Tage vorher): Unruhe, Anhänglichkeit, Zittern – viele Hunde „kündigen" Anfälle an
- Iktus (der Anfall selbst, 1-3 Minuten): Bewusstlosigkeit, Muskelzuckungen, Paddelbewegungen, Sabber, Urin-/Kotabgang
- Postiktal (Minuten bis Stunden danach): Desorientierung, Blindheit, übermäßiger Hunger/Durst, starkes Schlafen
Was Du während eines Anfalls tun solltest
- ✅ Ruhe bewahren und auf die Uhr schauen – Zeit stoppen
- ✅ Weiche Polster um den Hund legen, Möbel wegräumen
- ✅ Licht dimmen, ruhige Stimme
- ✅ Videoaufnahme für den Tierarzt (sobald der Hund gesichert ist)
- ❌ Nicht in die Nähe des Mauls greifen – Hunde beißen im Anfall reflexartig
- ❌ Nicht festhalten oder immobilisieren
Ursachen von Epilepsie
- Idiopathische Epilepsie – genetisch bedingt, häufigste Form, erste Anfälle meist zwischen 1-5 Jahren
- Strukturelle Epilepsie – Hirntumor, Enzephalitis, Trauma
- Reaktive Anfälle – Hypoglykämie, Vergiftung, Lebererkrankung (kein echtes Epilepsie)
Rassen mit höherem Risiko: Border Collie, Belgischer Schäferhund, Labrador Retriever, Golden Retriever, Beagle, Dackel
Diagnose und Behandlung
Blutbild, Urin, ggf. MRT und Liquorpunktion. Bei idiopathischer Epilepsie beginnt medikamentöse Behandlung meist ab dem zweiten Anfall oder wenn Anfälle in kurzen Abständen auftreten. Häufig eingesetzt: Phenobarbital, Kaliumbromid, Levetiracetam.
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