Was ist ein Hornhautgeschwür?
Ein Hornhautgeschwür (Keratitis ulcerosa, Kornealulzus) ist ein Substanzverlust in der transparenten Augenoberfläche (Hornhaut). Es kann nur das oberflächliche Epithel betreffen (oberflächliches Ulkus) oder bis in tiefe Stromschichten bzw. die Descemet-Membran reichen (tiefes oder perforierendes Ulkus) — mit dem Risiko, das Auge zu verlieren.
Symptome
- Blepharospasmus (wiederholtes Schließen des Auges) und Lichtempfindlichkeit.
- Übermäßiger Tränenfluss (Epiphora).
- Kratzen am Auge mit der Pfote.
- Gerötetes Auge mit sichtbaren Gefäßen.
- Sichtbare weiße Trübung oder Punkt auf der Hornhaut.
Diagnose
- Fluoreszein-Test: der grüne Farbstoff haftet an Bereichen ohne Epithel → markiert das Ulkus unter Blaulicht. Schnell und schmerzlos.
- Spaltlampenuntersuchung zur Tiefenbeurteilung.
- Schirmer-Test: misst die Tränenproduktion (schließt Keratokonjunktivitis sicca aus).
Behandlung
- Oberflächliches einfaches Ulkus: topische Antibiotika (Salbe oder Augentropfen) + Elizabethanisches Halsband (unverzichtbar!).
- Tiefes oder infiziertes Ulkus: intensive Antibiotika, Atropin-Augentropfen, dringende Überweisung an einen Tierophthalmologen.
- Perforierendes Ulkus: Notoperation (Bindehautlappen oder Keratoplastie).
Ein Hornhautgeschwür kann sich innerhalb von Stunden verschlechtern. Wenn Das Auge des Hundes stark gerötet ist, er es nicht öffnet oder sich daran kratzt — noch am gleichen Tag zum Tierarzt.
