Was ist das Lymphom beim Hund?

Das Lymphom (auch Lymphosarkom genannt) ist ein bösartiger Tumor des lymphatischen Systems: Lymphknoten, Milz, Leber und andere lymphatische Organe können befallen sein. Es ist einer der häufigsten Tumoren beim Hund — 7 bis 24 % aller kaninen Krebserkrankungen. Es tritt in jedem Alter auf, am häufigsten zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr.

Besonders anfällige Rassen: Golden Retriever, Boxer, Bulldogge, Basset Hound, Berner Sennenhund und Scottish Terrier. Jeder Hund kann jedoch erkranken.

Die häufigsten Formen des kaninen Lymphoms

Multizentrisches Lymphom (80 % der Fälle)

Mehrere Lymphknotengruppen sind gleichzeitig betroffen. Es ist die häufigste Form und spricht am besten auf die Behandlung an. Das Leitsymptom ist die feste, schmerzlose Schwellung der Lymphknoten am Hals, in den Achseln, in der Leiste und hinter den Knien.

Alimentäres Lymphom (Magen-Darm)

Betrifft den Verdauungstrakt. Symptome: chronisches Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust und Bauchbeschwerden. Seltenere Form mit schlechterer Prognose.

Mediastinales Lymphom

Befällt Thymus und Brustlymphknoten. Atemprobleme, trockener Husten und Pleuraerguss sind typisch. Häufig bei Boxern.

Immunphänotyp: B-Zell vs. T-Zell

Unabhängig von der Lokalisation wird das Lymphom als B-Zell- (ca. 60–80 %) oder T-Zell-Typ eingestuft. B-Zell-Lymphome sprechen besser auf die Chemotherapie an und haben eine längere mittlere Überlebenszeit. Der Immunphänotyp wird per Immunhistochemie oder Durchflusszytometrie bestimmt.

Warnsignale: Wann an Lymphom denken?

Wenn Dein Hund über mehr als eine Woche olivengroße oder größere Lymphknoten hat, geh ohne Verzögerung zum Tierarzt.

Diagnose

Der Tierarzt beginnt mit einer klinischen Untersuchung und Blutbild. Zur Bestätigung:

Behandlungsoptionen

Chemotherapie nach CHOP-Protokoll

Der Goldstandard ist das CHOP-Protokoll (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison), das über 19–25 Wochen in Zyklen verabreicht wird. Es führt bei 70–90 % der Hunde mit multizentrischen B-Zell-Lymphomen zu einer vollständigen Remission. Nebenwirkungen sind meist gut tolerierbar: leichte Übelkeit, minimaler Fellverlust und moderate Immunsuppression.

Doxorubicin als Monotherapie

Einfachere Alternative mit weniger Tierarztterminen. Geringere Remissionsrate und kürzere Wirkdauer, aber je nach Situation eine valide Option.

Prednison allein

Ohne Chemotherapie kann Prednison die Lymphknoten vorübergehend verkleinern und die Lebensqualität für 4–8 Wochen verbessern. Wichtig: Die vorherige Gabe von Prednison kann Resistenzen erzeugen und die Wirksamkeit des CHOP-Protokolls deutlich reduzieren.

Lebensqualität während der Behandlung

Viele Hunde im CHOP-Protokoll behalten eine ausgezeichnete Lebensqualität. Sie spielen, fressen mit Appetit und genießen ihren Alltag. Die moderne Veterinäronkologie stellt das Wohlbefinden des Tieres in den Mittelpunkt: Bei starken Nebenwirkungen wird die Dosierung angepasst oder die Behandlung pausiert.

Zusammenfassung