Warum Kastrieren?
Die Kastration ist der häufigste chirurgische Eingriff in der Kleintierpraxis. Die Vorteile für die Gesundheit sind gut belegt — allerdings hat die Wissenschaft in den letzten Jahren das Timing stärker differenziert, besonders bei großen und Riesenrassen.
Bewiesene Vorteile
Hündinnen (Ovariohysterektomie):
- Kein Pyometrarisiko (lebensbedrohliche Gebärmuttererkrankung).
- Deutlich geringeres Mammatumorrisiko: <0,5 % vor der ersten Läufigkeit, 8 % vor der zweiten, 26 % vor der dritten.
- Keine Läufigkeit, kein ungewollter Nachwuchs.
Rüden (Orchiektomie):
- Kein Hodentumorrisiko.
- Weniger benigne Prostatahyperplasie.
- Kann Testosteron-bedingte Verhaltensweisen reduzieren.
Optimaler Zeitpunkt
- Kleinrassen (<20 kg): ab 6 Monaten.
- Großrassen (20-40 kg): 9-12 Monate.
- Riesenrassen (>40 kg): 18-24 Monate empfohlen; frühe Kastration kann Dysplasierisiko erhöhen.
Nebenwirkungen
- Gewichtszunahme: Futtermenge nach dem Eingriff um 20-30 % reduzieren.
- Harninkontinenz bei Hündinnen: in 5-20 % der Fälle; medikamentös gut behandelbar.
- Fellveränderungen: bei manchen Rassen weicheres, wolliges Fell.
