Was ist Canine Leishmaniose?
Leishmaniose (LCan) ist eine chronische, parasitäre Erkrankung durch Leishmania infantum, übertragen durch den Stich weiblicher Sandmücken (Phlebotomus-Arten). Der Parasit vermehrt sich in Makrophagen des Immunsystems und verursacht eine multisystemische Erkrankung. Sie ist endemisch im Mittelmeerraum — auch für Hunde, die aus Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland mitgebracht wurden, besteht ein hohes Risiko.
Symptome
- Haarverlust um die Augen ("Brillen"-Muster), trockene Schuppenhaut.
- Überlange, gebogene, brüchige Krallen (Onychogryphose).
- Fortschreitender Gewichtsverlust trotz Appetit.
- Spontanes Nasenbluten (Epistaxis).
- Vergrößerte Lymphknoten.
- Augenprobleme: Uveitis, Keratokonjunktivitis sicca.
- Im fortgeschrittenen Stadium: chronisches Nierenversagen.
Diagnose
Kombination aus klinischem Bild + Labor: quantitativem ELISA/IFAT (Antikörpertiter) und PCR (Knochenmark, Lymphknoten, Blut). Die ClinLeish-Stadieneinteilung (I–IV) leitet die Behandlung.
Behandlung
Standard: Meglumin-Antimonat (Glucantime) 100 mg/kg/d s.c. 28-30 Tage + Allopurinol 10 mg/kg/12h dauerhaft. Alternative: Miltefosin 28 Tage + Allopurinol. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen alle 3-6 Monate.
Vorbeugung
- Repellent-Halsband (Seresto, Scalibor) — effektivster Sandmückenschutz.
- Permethrin-Spot-ons alle 3-4 Wochen in der Risikosaison (Mai–Oktober).
- Impfung CaniLeish oder Letifend für seronegative Hunde.
- Spaziergänge in der Dämmerung in Endemiegebieten meiden.
- Fliegengitter in Gebieten mit hohem Sandmückenbefall.
