Was ist ein Entropium?
Das Entropium ist eine Einrollung des Lidrandes nach innen, sodass die Wimpern und das Fell am Lidrand ständig die Augenoberfläche (Hornhaut und Bindehaut) reiben. Der dauerhafte Kontakt verursacht Reizung, Entzündung und unbehandelt Hornhautgeschwüre, die die Sehkraft gefährden können.
Häufig betroffene Rassen
- Shar Pei: die am stärksten betroffene Rasse; die überschüssigen Hautfalten im Gesicht führen dazu, dass viele Welpen die Augen kaum öffnen können (schweres Entropium).
- Chow Chow.
- Englische und Französische Bulldogge.
- Rottweiler, Bernhardiner, Deutsche Dogge: laterales Unterlidentropium.
- Retriever und Spaniel: leichtes Entropium häufig.
- Deutschen Schäferhund, Sibirischen Husky.
Symptome
- Starker Augenausfluss (schleimig oder eitrig).
- Geschlossenes oder halbgeschlossenes Auge (Blepharospasmus) durch Schmerzen.
- Dauerhafter Tränenfluss.
- Gerötete Bindehaut.
- Hornhauttrübung (Ödem oder Pigmentierung) bei chronischem Verlauf.
- Hornhautgeschwür (mit Fluoreszein in der Praxis sichtbar).
Behandlung
Vorübergehend (Welpen, sekundäre Fälle)
Bei Shar-Pei-Welpen mit schwerem Entropium können temporäre Eversionsnaähte („Haltestiche") gesetzt werden: kleine Nähte im Lid, die es mechanisch ausfalten, bis der Welpe aufgewachsen ist und die Gesichtskonformation sich möglicherweise verbessert.
Chirurgisch dauerhaft
Die häufigste Technik ist die Blepharoplastik nach Hotz-Celsus: Resektion eines elliptischen Hautstreifens knapp unterhalb des betroffenen Lids. Die Narbe zieht den Lidrand nach außen in seine normale Position. Einfache Operation mit sehr guten Ergebnissen (90–95 % Erfolgsrate).
Wann operieren?
Sobald ein primäres Entropium bestätigt ist, sollte die Operation so früh wie möglich durchgeführt werden. Das Warten darauf, dass der Hund „herauswächst", ist bei Hochrisikorassen nicht ratsam – der Hornhautschaden akkumuliert.
