Chronische Niereninsuffizienz beim Hund
Die Nieren filtern Stoffwechselprodukte aus dem Blut, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und produzieren Hormone für die Blutbildung. Bei chronischer Niereninsuffizienz (CNI) nimmt die Nierenfunktion über Monate bis Jahre ab — und der Körper kompensiert, bis die Reserve erschöpft ist. Dann verschlechtern sich die Symptome rasch.
Symptome
- Polydipsie und Polyurie — erhöhter Durst und mehr Urinieren (oft erstes Zeichen)
- Gewichtsverlust und Appetitverlust
- Erbrechen — besonders morgens, oft biliös
- Lethargie und Schwäche
- Mundgeruch — urämischer Geruch nach Ammoniak
- Blasse Schleimhäute (Anämie durch verringerte Erythropoetin-Produktion)
- Ulzera in Mund oder Magen in fortgeschrittenen Stadien
Diagnose und Staging
Blutchemie (Kreatinin, Harnstoff/BUN, Phosphat), Urinanalyse (spezifisches Gewicht — verdünnter Urin ist ein kritisches Frühzeichen), SDMA-Test (sensitiver Frühmarker). IRIS-Staging System teilt CNI in 4 Stufen ein — entscheidend für Therapieziele.
Blutdruck messen: Hypertonie ist häufig und beschleunigt den Nierenschaden.
Behandlung
- Nierengerechte Ernährung: reduzierter Phosphor, kontrolliertes Protein, erhöhter Wasseranteil (Nassfutter bevorzugen). Phosphatbinder bei erhöhtem Phosphat.
- Ausreichende Wasseraufnahme — stets frisches Wasser, ggf. Laufbrunnen; in fortgeschrittenen Stadien subkutane Infusionen zu Hause
- Antihypertonika bei Bluthochdruck (Benazepril, Amlodipine)
- Erythropoetin-Therapie (Darbepoetin) bei Anämie
- Phosphatbinder (z.B. Aluminiumhydroxid, Sevelamer)
- Übelkeitsbehandlung für besseren Appetit
Trage Trinkmengen, Körpergewicht und Laborwerte in Purzi ein. Der Verlauf über Monate zeigt, ob die Therapie stabilisiert — und wann eine Eskalation nötig wird.
