Was ist ein Ohrhämatom?
Das Ohrhämatom (Aural Haematoma, AH) entsteht durch eine Blutansammlung zwischen Knorpel und Haut der Ohrmuschel. Das Ergebnis ist eine weiche, fluktuierende Schwellung, die einen Teil oder die gesamte Ohrmuschel ausfüllen kann. Besonders häufig betroffen sind Rassen mit langen, hängenden Ohren (Cocker Spaniel, Basset Hound, Labrador).
Ursachen
Heftige Kopfschüttelbewegungen oder ständiges Kratzen am Ohr zerreißen kleine Blutgefäße in der Ohrmuschel. Die häufigste Grundursache:
- Otitis externa: Infektion oder Entzündung des Gehörgangs.
- Ohrmilben (Otodectes cynotis): verursachen starken Juckreiz.
- Fremdkörper im Gehörgang.
- Allergien (Umwelt oder Futter).
Behandlung
- Chirurgische Drainage: wirksamste Methode. Einschnitt auf der Innenseite der Ohrmuschel, Drainage des Blutes und Matratzenähte zur Verhütung erneuter Flüssigkeitsansammlung. In Vollnarkose.
- Nadelaspiration: schnell, ohne Vollnarkose, aber hohe Rezidivrate (>60 %).
- Intraläsionale Kortikosteroide: bei kleinen oder frischen Hämatomen.
Ohne Behandlung organisiert sich das Blut zu Narbengewebe — die sogenannte "Blumenkohlohr"-Deformierung, eine dauerhafte Knorpelverformung.
Vorbeugung
- Regelmäßige Kontrolle und Reinigung des Gehörgangs, besonders bei Schlappohrrassen.
- Otitis schnell behandeln, bevor heftiges Kratzen zum Hämatom führt.
- Antiparasitäre Behandlung gegen Ohrmilben.
